Brumby

Kirchdorf, 4 km westlich von Calbe. 1144 Brumboio, 1158 Rudolfus de Brumbeie, Brumbey. Wüstungen Zäps, Tils, Flochau, Ockstedt. Von dem Orte nannte sich ein adeliges Geschlecht, von welchem zuerst jener Rudolf 1158 vorkommt, zuletzt 1470 erscheint Gebhard v. Br. Im Mittelalter gehörte das Dorf dem Kloster Berge, welchem es vom Abte Bernhard geschenkt wurde (1051-1076). Der erste evangelische Pfarrer war ein früherer Mönch Thomas Krüger, welcher 1562 bei der Kirchenvisitation "gar übel bestand". Im 30jährigen kriege wurde das Dorf fast ganz in Trümmer gelegt.

In dem Dorfe bestehen von alters her bis jetzt zwei Rittergüter, von denen das eine, auch Burg Brumby geheißen, ein Tempelherrengut gewesen sein soll. Als erste besitzer dieses Gutes werden Hans Cöln, Hans Rodensleben und Hans Scherling genannt, welchen Erzbischof Albrecht IV. 1403 die darauf ruhenden Freiheiten verliehen haben soll. Kurz darauf erwarben es die Edlen von Hornburg, deren letzter männlicher Nachkomme Caspar von Hornburg 1614 das Gut an Bruno Friedrich Brand v. Lindau verkauft, und dieser vertauscht es schon 1617 an Caspar von Arnstedt gegen Klein Zens. Als 1641 Melchior von Arnstedt durch einen Sturz vom Kirchturm zu Tode gekommen war, wurde das Gut dem Administrator und von diesem 1645 dem Obersten Otto Johannes v. Steinaecker zugewendet, dessen Nachkommen dasselbe noch besitzen.

Das andere Rittergut ist das Wardenslebensche gewesen. Jordan v.W. kaufte es am Anfange des 15. Jahrhunderts von Curt v. Dieskau. 1657 starb mit Maria Ursula v.W. das Geschlecht bis auf den zu Stassfurt angesessenen Vollrad Christof v.W. aus. Dieser erwarb nochmal das Gut von Gebhard v. Alvensleben, welchem es 1657 vom Administrator übergeben worden war. Als 1683 der letzte Wardensleben starb, wurde das Gut in ein kurfürstliches Amt verwandelt, 1828 aber wieder verkauft und befindet sich noch in Privatbesitz.

Die Kirche St. Petri stand zuerst unter dem Patronat des Archidiakonus des Bannes Calbe, jetzt sind die v. Alvensleben auf Neu-Gattersleben Patrone.

Aus: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Calbe; Halle a.d.S. 1885

Ein nach rechts aufsteigendes Einhorn in Gold mit einer roten Zunge 

Bedeutung: 
Alte Traditionen werden fortgesetzt, denn das Einhorn stammt aus dem Wappen eines alten Adelsgeschlechtes der Herren von Brumby

 

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