Biere

Kirchdorf in der Börde, 12 km nordwestlich von Calbe. 937 Bigera, 939 Biere, 1015 Byere, auch Bigere, Bigern. Es gab früher Groß- und Klein- (oder Slavicum)Biere, welches letztere schon im 15. Jahrhundert wüst ist. Auf der Flur sind noch folgende Wüstungen: Ikendorf, Nickel, Murz. Schon das Moritzkloster wurde 937 mit Gütern in Biere ausgestattet, dann 1015 auch das Kloster I. L. Fr., welches Slavisch-Biere ganz erhielt (10 Hufen). 1710 wurde das Dorf von einem großen Brande heimgesucht, ebenso am 26. August 1835.

Von diesem Orte stammt das edle Geschlecht der Byren, welches 1214 zuerst mit Heinrich v. B. erscheint.

Die Kirche St. Andreae wurde 1850 niedergerissen, und am 15. Juli 1850 der Grundstein zum Neubau gelegt. Das Patronat hatte früher das Domcapitel, dann der Staat.

Außerdem ist hier noch eine Kirche St. Stephani gewesen, welche später zu einem Hospital gemacht sein soll. Zu diesem Hospital gehörte jedenfalls die noch 1561 bestehende Fraternitas Exulum. Bis 1811 soll noch ein runder Turm von jener Kirche existiert haben.

 

Aus: Beschreibende Darstellung der ältern Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Calbe; Halle a.d.S. 1885

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